"Da habt ihr euch was aufgehuckt" sagen viele. Stimmt! Aber warum auch nicht? Das Haus ist alt und groß und bietet viele Möglichkeiten für eine große Familie. Und wir können und wollen viel selbst machen. Dieser Blog dokumentiert den Umbau und die Sanierung unseres alten Bauernhauses in Mötzlich.

Dienstag, 13. Januar 2026

Rückschau: Hinkelsteine, Wandergesellen und blau machen

Diese Rückschau greift weit zurück - wohl auch deshalb, weil manche gute Dinge "Weile" haben wollen. Neben einigen Tonnen schöner Pflastersteine aus Porphyr konnte ich 2024 bei einem Steinhändler auch große, schwere Stelen auftreiben, die Obelix mir wahrscheinlich als Hinkelstein verkauft hätte. Diese Stelen wurden früher als Wegemarkierungen verwendet. Ich nutze Sie jetzt als Gestaltungselement und Randeinfassung.



Die Pflasterarbeiten gehen auch weiter. Hier Bilder aus Oktober und November 2024:




Im Dezember 2024 bekamen wir den ersten Besuch und Unterstützung eines Wandergesellen. Niklas hat in seiner Vereinigung der rechtschaffenen fremden Zimmer- und Schieferdeckergesellen für einen Besuch bei uns geworben. Dawin, Tischlergeselle, half beim Regalbau und Brennholz schneiden und kam im Mai 2025 noch einmal für ein paar Tage, um im Gartenbau mitzumachen. 





Im Juni kamen dann noch mehr Wandergesellen. Dawin hatte die drei schon angekündigt. Niklas, Ronny und Erik packten kräftig zu, um innerhalb von fünf Tagen den Blech- und Pappfußboden der Werkstatt im Container zu entfernen und dort eine Betonplatte zu gießen.







Vielen Dank und eine "fixe Tippelei"!

Über viele Wochen und kleinteilige Abschnitte zog sich die weitere Arbeit an der Fassade im Innenhof hin. Anstrich der Balken nach sieben Jahren das erste mal erneuern und endlich die Fensterbekleidung montieren. Für acht Fenster mussten 56 einzelne Leisten hergestellt werden, um eine dichte und schmucke Verbindung zwischen den Fenstern und dem Fachwerk herzustellen. Um der nachbarschaftlichen Nachfrage zu erwidern: Wir haben nicht die Fenster blau gestrichen, sondern nur die Fensterbekleidung!






Montag, 29. Dezember 2025

Kommt da noch was?



Dezember 2025. Ja, hier kommt noch was, denn es hat sich viel getan. Im Januar erscheint das Jahrbuch 2026 des BUND Baden-Württemberg. Unter anderem mit einem Beitrag über unser Bauprojekt.



In den nächsten Tagen erstelle ich einen Jahresrückblick, versprochen ...



Sonntag, 2. Juni 2024

Wissenschaft und Forschung

Unser Haus steht jetzt unter wissenschaftlicher Beobachtung. Anfang Februar rückte ein interdisziplinäres Team ein. Aus Halle, Mannheim, Erfurt und Mainz haben sich Fachleute zusammengefunden, die in mehreren Lehmhäusern in unserer Region die Wohn- und Luftqualität untersuchen. Die Luft wird in mehreren Räumen auf Radon-Gehalt untersucht (mehr dazu), Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur gemessen, dazu gibt es immer mal Gespräche, in denen wir standardisiert zu unserem Wohngefühl befragt werden. Es geht um Wohngesundheit und Raumklima, um bauphysikalische und baubiologische Fragen. Wenn die Studienergebnisse veröffentlicht sind, werde ich darauf hinweisen.

Die Forschergruppe startete am 1. Februar die Untersuchungen. Von links: Prof. Frank Sirocko (Geowissenschaftler Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Geschäftsführer Radonfinder GmbH), Dr. Norma Henkel (WIR!-Bündnis GOLEHM – Initiative für Lehmbau und nachhaltige Kreislaufwirtschaft, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt), Paula Aßmann (Arbeitsgruppe Gesundheits- und Umweltpsychologie des Psychologischen Instituts der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Judith Gafriller (wiss. Mitarbeiterin am Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie Mannheim) und Stephan Jörchel (Institut für Bauphysikalische Qualitätssicherung der Fachhochschule Erfurt/ Dachverband Lehm e. V.).

Wir sind Teil einer Reportage, die im Mai in einer Sonderausgabe der „Öko-Test“ erschien. Es geht, natürlich, um Bauen und Wohnen mit Lehm. 




Passend zu dieser PR-Offensive sind wir auch Lehmhaus des Monats Mai auf der Projektseite der GoLehm-Initiative.

It´s rain again - es regnet mal wieder. 


Letztes Jahr haben Sonne und Starkregen der Spannbahn an der Westfassade mächtig zugesetzt. Die Holzfaserdämmung darunter reagiert auf Regen mit Zerfall. 

Die künftige Lärchenfassade kann aber erst montiert werden, wenn das Untergeschoss außen fertig verputzt ist. Ich bin da seit Jahren dran, aber es braucht noch Zeit … Als Schutzschicht habe ich jetzt eine provisorische Vorhangschicht aus 12,5 mm OSB-Platten angebracht (Bilder-Doku). Die brauchen natürlich auch einen Schutzanstrich.

Tatsächlich gibt es bei den Verputzarbeiten außen ein paar Fortschritte. Die Porphyr-Fensterbänke und die beiden Austritte zum Hof sind fertig betoniert und gesetzt. Jetzt werden die Fensterfaschen angearbeitet, was recht aufwendig ist und in mehreren Schichten aufgebaut werden muss.







Weil es mit der Gartenarbeit gerade gut läuft, haben wir auch an der Straßenseite des unsanierten Hauses den Vorgarten etwas aufgehübscht.


Regen und Sonne lassen ein herrliches Grün und viele Blüten erstrahlen. 




Das scheint auch Walli Waltraud zu gefallen. Die Waldohreule ist nicht allein in unseren Garten eingezogen – seit Mitte Mai können wir auch vier Jungtiere (genannt Ästlinge) beobachten.



Montag, 9. Oktober 2023

Außen vor

9. Oktober 2023. Der Sommer war genial! Jedenfalls was das Bauen im Freien und das Wachsen und Werden betrifft. Aber es war auch eine Schufterei. Wir haben noch nie so viele Natursteine ​​aus unserem riesigen Fundus verbaut, wie in den letzten Monaten.

Das fing im Juli mit unserer „grünen Grenze“ zum westlichen Nachbargrundstück an. Wir nennen das so, weil wir nachbarschaftlich verabredet haben, keinen Zaun zu bauen. Dafür wächst jetzt ein Gürtel aus Stauden, Büschen und Bäumen. Davor haben wir in wochenlanger und mühevoller Arbeit Natursteine ​​als Mähkante einbetoniert und anschließend verfugt.


Am Haus haben wir den Küchenausgang massiv gesetzt. Mit einem Betonsockel für den Porphyr-Belag darauf. Gut, dass beim Verdichten Niklas Cousin Kilian mit anpacken konnte. Er liebt solche Maschinen ...






Die andere Stein-Baustelle: der Hof. Niklas wollte in den letzten Wochen vor seiner Walz noch etwas schaffen. Außerdem: Hof weiter pflastern. Und zwar so lange, bis wir in unserem Fundus die dafür passenden Steine Stück für Stück ausgesucht haben. Untergrund ausgleichen, Steine ​​einsetzen, das alte Pflaster ausbessern und Unkraut und Erde aus den Fugen rauskärchern, neu verfugen ...




Und wenn wir mal nur eine Pflanze neu einsetzen wollen, wird auch das oft zu einer steinigen Arbeit - wie mit diesem 150-Kilogramm-Gründungsstein, den wir Zentimeter für Zentimeter nach oben geholt haben.




Und dann gab es ja auch noch die Idee, den Dachbelag auf der Remise zu ändern und fertigzustellen. Teerpappe runter, EPDM-Folie drauf, dazu Ortgang streichen und mit Blech belegen und so weiter ...


Doch die Außen-Pflege wird belohnt, durch Plätze zum Ausruhen, Feiern und Genießen. Zum Beispiel mit Anna-Victorias 30. Geburtstag auf Rasen in bester Pracht. Und durch schöne Ernteerfolge.







Ja, jetzt ist es etwas ruhiger im Haus. Niklas ist auf der Walz. Fern von Mötzlich, für drei Jahre und einen Tag. Der Abschied am 24. September war (tränen)feucht-fröhlich.